"Nicht die Dinge selbst beunruhigen den Menschen, sondern die Vorstellungen von den Dingen." (Epiktet)


Autofahr-Phobie

Panik und Ängste sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Man unterscheidet nachvollziehbare, einleuchtende Ängste von den schwerer zu verstehenden Ängsten. Auch Autofahrängste lassen sich schwerpunktmäßig einer der beiden Gruppen zuordnen. Wenn die Angst durch Panikattacken, Zwangsgedanken oder Schwindel verursacht ist, handelt es sich für nicht-Fachleute um eine schwer zu verstehende Angst. Jeder weiss, dass das Autofahren oder die Autobahn oder die Brücke oder der Tunnel nicht "an sich" gefährlich ist, Ihr Körper signalisiert Ihnen aber eine starke Gefahr. Wenn hingegen aufgrund von Ängsten nie eine routinierte Fahrpraxis erworben wurde, Sie trotz Blick in die Spiegel den rückwärtigen Verkehr nicht richtig einordnen können, ist die Angst eventuell ein sinnvolles Signal, bestimmte Fahrsituationen z.B. Spurwechsel oder das Auffahren auf die Autobahn zu trainieren, bis sie sicher beherrscht werden.

Der große Unterschied z.B. zur Flugangst besteht darin, dass Sie beim Auto fahren aktiv etwas tun müssen. Sie müssen schnell und richtig reagieren - sonst kann es gefährlich werden.

Sie sind Ihrer Angst jedoch nicht wehrlos ausgeliefert! Ängste sind sehr gut therapierbar - auch die Angst vor dem autofahren - wenn Sie die richtigen Methoden anwenden. Als besonders wirksam haben sich verhaltenstherapeutische Techniken erwiesen, die letztendlich auf dem Prinzip der kognitiven Umstrukturierung und systematischen Desensibilisierung beruhen.

Klassische Körperymptome bei Ängsten sind feuchte Hände, starker Herzschlag, veränderte Atmung, kribbeln in Armen oder Beinen, verändertes Sehen (Tunnelblick), Druck im Brust/Augen/Kopfbereich, Verspannungen im Oberarm und Nacken.

Weitere Symptome können sein: Fahrbahn-Neigungen werden sehr stark wahrgenommen und als unangenehm empfunden bis hin zu dem Gefühl, dass das Auto kippt. Einher damit geht die Angst, die Kontrolle über das Fahrzeug/die Lenkung zu verlieren, oft begleitet von dem Gefühl, dass die Situation nicht real ist und man nicht selber fährt.

Die Folge ist das Vermeidungsverhalten. Sie vermeiden das Autofahren allgemein oder bestimmte Situationen wie Autobahnen, Landstrassen, Brücken, Tunnel, einspurige Landstrassen ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen, Abschnitte mit Leitplanken ohne Seitenstreifen, Baustellen etc. oder Sie gewöhnen sich an langsamer zu fahren als erlaubt, im Innenspiegel permanent die anderen Autos zu beobachten, in Buchten anzuhalten um andere Fahrzeuge erst einmal vorbeizulassen, sehr weit rechts oder links innerhalb Ihrer Fahrspur zu fahren, um z.B. nicht so dicht an der "bedrohlichen" Leitplanke entlang fahren zu müssen oder Sie bremsen kurz ab um wieder das Gefühl der Kontrolle über das Fahrzeug zu bekommen.

Das Vermeidungsverhalten scheint am Anfang "hilfreich" - denn Angst / Druck / Streß lassen erst einmal nach - auf Dauer ist es jedoch tückisch. Vermeidungsverhalten verstärkt die Angst und unterstützt die Ausweitung auf ähnliche Situationen z.B. von der Autobahn auf die Bundesstrasse und die autobahnähnlich ausgebaute Landstrasse. Wenn es Ihnen zuerst schwer fiel, LKWs zu überholen, wird es jetzt auch bei einem PKW schwer. Wenn Sie bestimmte Abschnitte vermieden haben, überfallen Sie die unangenehmen Gefühle jetzt auch auf Abschnitten die vorher kein Problem waren. Die Angst weitet sich langsam aber sicher aus.

Meistens beginnt jetzt eine Ärzteodyssee über Augenärzte, HNO-Ärzte, Neurologen, Psychiater, Therapeuten, Heilpraktiker etc. Sie probieren Antidepressiva, Bachblüten, Klopfen oder Hypnose, bekommen eine neue Brille oder kaufen sich ein neues Auto... i. d. R. ohne langfristigen Erfolg.

Zur Überwindung von Fahrängsten ist das Konfrontationstraining/Expositionstraining das schnellste und effektivste Verfahren. Natürlich helfen Zusatzverfahren wie einfühlsame Gespräche, bifokal-multisensorische Verfahren (EMDR/Klopfen), Hypnose etc. Aber letztendlich kann man nur "hoffen", dass die Angst davon "weggeht" oder der Therapeut sie "wegmacht". Sie lernen nicht, sich mit Ihrer Angst auseinanderzusetzen, sie kennen zu lernen und mit ihr umgehen zu lernen. Ihre Angst wird von Ihrem Körper produziert und ist ein Teil von Ihnen - Sie sollten sich näher kennen lernen, miteinander umgehen lernen und die Chance ergreifen, die Angst vor Ihrer Angst zu verlieren. Dann sind Sie für die Zukunft exzellent gewappnet!

Sie sollten nach unserem gemeinsamen Training regelmässige Zeiten für Wiederholungen, allein oder zu Beginn mit Ihrem Partner/Partnerin einplanen, um das Gelernte zu festigen und zur Routine werden zu lassen. Wir bleiben nach dem Training selbstverständlich in Kontakt und ich unterstütze Sie bei Bedarf telefonisch vor, nach oder während Ihren Fahrten (bei vorhandener Freisprecheinrichtung) zur Integration des Gelernten in Ihren Alltag.

Verschaffen Sie sich einen Überblick, wie eine gemeinsame Zusammenarbeit aussehen könnte. Angebot


"Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen." (Aristoteles)